Bettina Eberle
Atelier für Mal- und Gestaltungstherapie
Kreativ-Workshops und Teambuilding


Spannungsregler

Liebe Leserinnen und Leser

Ich möchte damit beginnen, wertvolle Informationen, die mir aus Fachbüchern und anderen Quellen zukommen, in einer einfachen und verständlichen Weise mit euch zu teilen. In diesem ersten Blogbeitrag geht es um den Stress. Den Stress und seine Folgen für unseren Organismus. Aufbauend auf diese Informationen habe ich einen mehrteiligen Workshop entwickelt, bei welchem es darum geht, mit einfachen mentalen und kreativen Mitteln aus der Stress-Spirale herauszufinden. Ich wünsche euch viele aufschlussreiche Erkenntnisse in diesem Beitrag. 

 

Wenn Schlaf alleine nicht mehr reicht

Der Schlaf ist für manche eine Art Rettungsinsel, auf der sie Erlösung finden wollen von all den Tagesturbulenzen. Man hofft, im Schlaf die Auflösung von Konflikten und Spannungen und Erholung von Anstrengungen zu erreichen. Man hofft, am nächsten Morgen erfrischt, körperlich erholt und psychisch gereinigt, innerlich aufgeräumt und fit für die nächst Runde Alltagsleben wach zu werden.

Tatsächlich hilft uns der Schlaf gewöhnlich bei der Verarbeitung von alltäglichen Belastungen. Doch was ist, wenn sich so viel angesammelt hat, dass schon der akute Tagesstress nachts kaum zu verarbeiten ist - geschweige denn die Altlasten, die man mit sich herumträgt? Was ist, wenn man vor Anspannung erst gar nicht einschlafen kann? Oder wenn man immer wieder aufwacht, gequält von nächtlichen Ängsten, die man tagsüber wieder "vergessen" oder als lächerlich beiseiteschieben wird?

Was, wenn man sich einerseits immer angespannter, andererseits immer erschöpfter fühlt? Wenn man fürchtet, bald zusammenzubrechen? Dann fängt man vielleicht an zu suchen: Was könnte helfen, im Wachzustand bereits zur Ruhe zu kommen, sodass der Schlaf wieder ausreichend erholsam sein kann?  

 

Kleine Fluchten: Alkohol & Co.

Woran denkst du als erstes, wenn du dich in solchen Stresszeiten erholen möchtest? Sei ganz ehrlich. Denkst du nicht vielleicht: "Jetzt was Leckeres essen" oder "Jetzt ein Bierchen (...ein Glas Wein) trinken"? Wenn sie an Ausruhen und Erholen denken, fallen vielen Menschen zuerst Essen oder Alkohol ein. Seltsam, oder? Denn in der Regel sind wir gar nicht ausgehungert, wenn wir uns erholungsbedürftig fühlen. Aber wir haben besonders bei und nach viel Stress ein grosses Verlangen nach hochkalorischer Nahrung. Das hat mit unserem autonomen Nervensystem zu tun, das bei Erschöpfung einfache, noch aus unseren Steinzeitgenen stammende Signale aussendet wie: "Oh, Körper in Not! Erst mal was Nahrhaftes essen!"

Auch die Lust nach Alkohol wird ebenfalls von einem angeschlagenen Stresssystem gesteuert: "He, ich kann mich nicht mehr beruhigen - her mit dem Zaubertrank, dem Absacker, damit ich runterkomme!". So schlicht könnte man die Forderung formulieren, die ein Körper an das Vorderhirn sendet, wenn er an Alkohol als Beruhigungsmittel denkt. Alkohol als naheliegendste Beruhigungsmöglichkeit ist dann kein Genussmittel mehr, sondern eine Droge. Wie eine Art Medikament wird diese bei Stress eingenommen, entsprechen dem Verlangen, das das Suchtgedächtnis an den Rest des Gehirns und den Körper sendet.

Solltest du also bei Erschöpfung zuallererst an Fettes (Chips, Burger, Pizza & Co.) oder süsses Essen oder an Alkohol, Medikamente, Drogen oder die nächste Zigarette denken, dann sitzt du in einer durch frühen oder heutigen Stress bedingten Suchtfalle. Nicht nur wegen des Suchtmittels selbst, sondern weil du dir mithilfe von Nahrung, Alkohol, Nikotin oder anderem eine Zeit der Ruhe verschaffst.

 

Was bedeutet häufige Über- bzw. Unterregung für dich?

Das Auf und Ab von Anspannung und Entspannung sollte sich in einem mittleren Bereich abspielen und nicht in den Extremen. Aber wann bist du genau wo? Wie passiert das alles? Und kannst du ein Gespür dafür entwickeln, wann du gelassen bist, wann angespannt und wann leer und erschöpft? Je besser und je früher du deine eigene Befindlichkeit bemerken kannst, desto schneller kannst du gegensteuern. Gestressten Menschen fallen jedoch genau diese Wahrnehmungen immer schwerer, weil sie ihren Stoffwechsel zum einen ständig mit Hilfsmitteln manipulieren und zum anderen gezielt weghören, wenn etwas in ihnen dauerhaft ruft: "Halt! Nun mach doch mal langsam!". Sie glauben, es sich nicht leisten zu können.

Als Messinstrument für die Über- und Unterregung hat Michaela Huber den Spannungsregler entwickelt. Das Grundprinzip ist einfach. In der Mitte des Spannungsreglers befindet sich die Null. Sie bedeutet, dass man ausgeglichen ist. Stimmungsmässig einsortiert, annähernd ausbalanciert, einerseits ruhig und entspannt, andererseits wach und aufmerksam. Die Werte auf dem Spannungsregler lassen sich in Einser-Schritten einstellen. Nach oben reicht die Skala bis +10, was so viel bedeutet wie "Ich platze gleich vor Spannung." Nach unten reicht die Skala bis -10, und der unterste Wert bedeutet "Ich bin innerlich so weit weg und müde, ich bin schon gar nicht mehr da."

BenutzerInnen können auf diese Weise jederzeit überprüfen, ob sie oder er sich in einem mittleren Erregungsbereich befindet (zwischen +5 und -5) oder stark aufgeregt oder übererregt oder tief erschöpft, innerlich weggetreten, also unterregt ist. Die rote Kugel wird dann jeweils in die obere Richtung (Überregung) oder die untere Richtung (Unterregung) verschoben. 

 

Wie erkennst du Anspannung und Entspannung?

Wie ist es für dich? Wenig Zeit für gelassenes Tun, sehr viel Zeit in Stress und Hektik oder in erschöpften Zuständen verbracht? Dann bist du in guter Gesellschaft. So geht es heute den meisten Erwachsenen, sehr vielen Jugendlichen und sogar etlichen Kindern. Was tun? Wenn du diesen Artikel bis hierhin gelesen hast, bist du vielleicht auf der Suche. Andererseits: du hast schon so viel ausprobiert, nicht wahr? Und du fragst dich, was wohl wirklich sinnvoll und für dich geeignet sein könnte. 

Anregungen und Übungen sowie weiterführende Informationen zum Thema "Stress, Burnout, An-/Entspannung und Achtsamkeit" vermittle ich dir während meines Workshops "Spannungsregler". Wir arbeiten mit Bilderreisen (Imaginationen) und gestalterischen Übungen und schaffen dadurch Sicherheit und Beruhigung in akuten und/oder chronischen Stresssituationen. HIER geht's zum Workshop und zur Anmeldung.

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